März 2009

Für die Wiener Hochflugtauben wurde vom SV 14
- Verein für Wiener Hochflugtauben und Österreichische Tümmlerrassen -
als Standard bestimmender Sonderverein, in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundeszuchtausschuss für Tauben der neue Standard fertiggestellt.

Die Wiener Hochflugtaube gliedert sich nun in drei Rassen:

Wiener Hochflugtaube            Standard
Alt-Wiener Hochflugtaube       Standard
Wiener Röserlscheck              Standard

Der Standard wurde erarbeitet von:

Karl Löschl - Zuchtwart Wiener Hochflugtauben SV 14
Johann Hochmeister - Zuchtwart Altösterreichische Tümmler SV 14
Jens Passecker - Obmann SV 14

Wallner Karl-Michael - Sondervereins Delegierter

Der Standard wurde vom Österreichischen Bundeszuchtausschuss durchgesehen und für in Ordnung befunden.

Es gibt auch einige Änderungen im Standard der Alt Österreichischen Tümmler.

 

 

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Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere Insel Riems

 

Dr.med.vet. Ortrud Werner, Dipl.Chem. Elke Starick und J.P. Teifke

 

 

 

 

 

 

 

Von insgesamt 12 adulten Brieftauben wurden 11 mit hochpathogenem (HP) aviären Influenzavirus (AIV) vom Subtyp H7N7 infiziert, indem ihnen je 2 Tropfen Virussuspension in jedes Auge und in jedes Nasenloch eingetropft wurde. Der Virusgehalt im Inokulum betrug 107,2 EID50 / 0,2ml.

Eine Taube wurde nicht infiziert und diente als Kontaktkontrolle. Am Tag nach der Infektion wurden 6 SPF-Junghennen zu den Tauben in die Voliere gebracht, wo sie für die restliche Versuchsdauer als Kontaktkontrollen verblieben. Beiden Tierarten wurde tierartgerechtes Futter und Wasser ad libitum angeboten. Tränken und Futtergefäße für Tauben und Hühner waren unterschiedlich, konnten aber von beiden Tierarten benutzt werden.

Vier weitere SPF-Junghennen wurden in einem anderen Raum auf die gleiche Art und mit der gleichen Virusdosis wie die Tauben infiziert.

 

Der Gesundheitszustand der Tiere wurde täglich klinisch kontrolliert.

 

Vom 1. bis 6. sowie am 8., 10. und 14. Tag nach der Infektionen wurden von den Tauben Rachen- und Kloakentupferproben genommen und versucht, aus ihnen durch Verimpfung in embryonierte SPF-Hühnereier das Infektionsvirus zu reisolieren. Generell wurden 2 Eipassagen durchgeführt, bei verdächtigen Ergebnissen bis zu vier.

 

Am 3. und 6. Tag wurden je 2 Tauben schmerzlos getötet, seziert und 10 verschiedene Organe für die Virusreisolierung entnommen.

Alle während des Versuches verendeten und getöteten Tiere gelangten zur pathologisch-anatomischen Untersuchung.

 

Am Tag vor Versuchsbeginn sowie am 14., 23., 28. und 36. Tag nach der Infektion wurden von allen Tieren Blutproben genommen und serologisch mittels Hämagglutinationshemmungstest auf Antikörper gegen aviäres Influenzavirus vom Subtyp H7 untersucht.

Bei Versuchsende nach 36 Tagen erfolgte die Tötung aller überlebenden Tiere und die pathologisch-anatomische und serologische Abschlussuntersuchung.

 

 

 

 

 

Von den infizierten 4 Hühnern hatten zwei nach 1 Tag wässrigen Durchfall. Am 2. Tag nach der Infektion waren alle Hühner krank, am 3. Tag drei tot und am 4. Tag das letzte an Geflügelpest verendet.

 

Die infizierten Tauben blieben ebenso wie die nicht infizierte Kontrolltaube gesund. Sie zeigten zu keiner Zeit klinische Symptome, nicht einmal eine Konjunktivitis als Reaktion auf das Einträufeln der Virussuspension ins Auge. Das Verhalten sowie die Futter- und Wasseraufnahme waren ungestört. Auch bei der Sektion von jeweils zwei am 3. und am 6. Tag getöteten Tieren wurden keine pathologischen Befunde festgestellt. Die bei Versuchsabschluss am 36. Tag erhobenen Sektionsbefunde waren ebenso unauffällig.

 

Die gemeinsam mit den Tauben in der Voliere gehaltenen Hühner entwickelten auch keine Krankheitserscheinungen und zeigten bei Versuchsabschluss keine pathologisch-anatomischen Veränderungen.

 

Die Versuche zur Virusreisolierung aus Organen verliefen negativ. Weder am 3. Tag noch am 6. Tag nach der Infektion ließ sich Virus aus den inneren Organen Lunge, Luftröhre, Leber, Milz, Niere, Bauchspeicheldrüse, Eierstock oder Hoden, Drüsenmagen, Dünndarm und Kloake anzüchten.

 

Die Ergebnisse der Virusreisolierung aus Rachen- und Kloakentupferproben sind in Tabelle 1 dargestellt. Am Tag nach der Infektion wurde bei 9 der 11 infizierten Tauben das Virus im Rachen nachgewiesen, bei zweien auch in der Kloake. Am 2. Tag waren 4 von 11 Tieren viruspositiv und zwar sowohl im Rachen als auch in der Kloake. Am 3. Tag war bei 3 Tieren Virus nachweisbar. Am 4. Tag und 5 Tag konnte noch aus Rachentupfern Virus isoliert werden. Ab 6. Tag waren alle Befunde negativ. Bei einer infizierten und bei der Kontrolltaube wurde niemals Virus nachgewiesen.

Der Virusgehalt in den Tupferproben war in allen Fällen sehr gering, so dass der Nachweis fast immer erst in der 2.Eipassge gelang.

Die Ergebnisse der serologischen Untersuchungen in Tabelle 2 zeigen, dass 5 von 7 Tauben, die bis zum 36. Tag nach der Infektion lebten, Antikörper gebildet haben. Die Titer sind niedrig und erreichen nur bei zwei Tieren 2 4 oder mehr. Dennoch müssen die Ergebnisse als spezische Reaktionen angesehen werden, denn vor der Infektion reagierten die Seren nicht und auch die nichtinfizierte Kontrolltaube blieb im Test immer negativ.

Bei den Kontakthühnern wurden keine Antikörper nachgewiesen.

 

 

 

In der Fachliteratur gibt es widersprüchliche Berichte zur Empfänglichkeit von Tauben für den Erreger der Geflügelpest.

Bei vergleichenden Infektionsversuchen mit Brieftauben und Hühnern mit jeweils hoch und gering pathogenem AIV der Subtypen H5N2 und H7N1 erkrankten und verendeten die Hühner, während die Tauben gesund blieben, kein Virus ausschieden und auch keine Antikörper bildeten (1). Auch mit einem HP AIV H5N1 aus Hong Kong ließen sich Tauben nicht infizieren und es konnte kein Virus reisoliert werden (2).

Diese Ergebnisse stehen allerdings in Widerspruch zu experimentellen Untersuchungen mit HP AIV H7N1 aus einem erkrankten Erlenzeisig, in denen alle 11 experimentell infizierten Haustauben erkrankten und Antikörper entwickelten (3).

 

In der durchgeführten Studie überstanden alle infizierten Brieftauben eine okulonasale Infektion mit hochpathogenem AIV H7N7 ohne klinische Krankheitszeichen. Obwohl am 3. und 6. Tag in den inneren Organen kein Virus nachgewiesen werden konnte, haben die Tauben sich mit dem Erreger immunologisch auseinandergesetzt und Antikörper gebildet. Das Virus wurde auch im Rachen und in der Kloake nachgewiesen. Bei dem positiven Virusnachweis im Rachen bei fast allen Tieren am Tage nach der Infektion kann es sich um Reste des Inokulums handeln. Die Virusnachweise im Kot und im Rachen bis zum 5 Tag nach der Infektion sprechen jedoch für eine Tierpassage und eine mögliche aktive Vermehrung des Virus. Allerdings waren die nachgewiesenen Virusmengen sehr gering und deren Ausscheidung reichte anscheinend nicht aus, um eine Infektion der empfänglichen Kontakthühner auszulösen.

 

Die zur Infektion eingesetzte Virusdosis wurde sehr hoch gewählt und führte bei Hühnern zu 100% Sterblichkeit. Sie war um das 10- bis 100-fache höher als in den o.g. Untersuchungen (1, 2), in denen weder eine Antikörperentwicklung noch eine Virusausscheidung nachgewiesen wurde. Damit lassen sich die widersprüchlichen Ergebnisse erklären.

Eine solche Virusmenge kann eine Taube unter natürlichen Bedingungen aber niemals von sich aus aufnehmen.

 

 

 

 

Eine okulonasale Infektion von Brieftauben mit einer sehr hohen Dosis von Geflügelpesterregern führte nicht zur Erkrankung der Tiere. Sie setzten sich aber anscheinend mit dem Erreger auseinander, denn die meisten Tauben bildeten Antikörper und das Virus ließ sich bei einigen Tieren im Rachen und/oder der Kloake bis zum 5. Tag nach der Infektion in sehr geringer Menge nachweisen. Die Virusausscheidung war jedoch so gering, dass sie nicht zur Infektion von Hühnern führte, die in der gleichen Voliere gehalten wurden.

Unter natürlichen Bedingungen können Tauben niemals eine so große Virusmenge aufnehmen, wie sie im Versuch verabreicht wurde, so dass die Virusausscheidung noch geringer sein wird.

Die Wahrscheinlichkeit der Verbreitung des Geflügelpesterregers durch infizierte Brieftauben wird deshalb als äußerst gering eingeschätzt.

Die Frage, ob Tauben als belebte Vektoren fungieren und nach äußerlicher Kontamination das Virus passiv verschleppen können, war nicht Inhalt der Untersuchungen.

 

 

 

 

 

Literatur:

 

1. Panigrahy, B.; Senne, D. A.; Pedersen, J. C.; Shafer, A. L.; Pearson, J. E. (1996). Susceptibility of pigeons to avian influenza. Avian Dis.40, 600-604

 

2. Perkins, L.E. L.; Swayne, D.E. (2002). Pathogenicity of a Hong Kong-origin H5N1 higly pathogenic avian influenza virus for emus, gees, ducks and pigeons. Avian Dis. 46, 53-63

 

3. Eckert, A. (1979). Charakterisierung eines hämagglutinierenden Agens aus einem Erlenzeisig (Carduelis spinus) – Beitrag zur Ätiologie einer Erkrankung von Sperlingsvögeln. Vet. Med. Diss. Hannover

 

 

 

Tabelle 1

Virusnachweis in Rachen- und Kloakentupferproben von Tauben nach Infektion mit

A/chicken/Germany/R28/03 (H7N7)

 

Taube Nr.

Tage p. i.

1

2

3

4

5

6

8

10

14

607

- / - *

- / -

- / +

+ / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

429

+ / -

+ / +

+ / +

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

745

+ / -

+ / +

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

503

+ / -

- / -

- / -

+ / -

+ / -

- / -

- / -

- / -

- / -

28

+ / +

- / -

+ / -

+ / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

40

+ / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

198

+ / -

- / -

- / -

+ / -

+ / -

- / -

- / -

- / -

- / -

324

+ / +

+ / +

- / -

- / -

- / -

- / -

n. u. **

n. u.

n. u.

Ohne

+ / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

n. u.

n. u.

n. u.

805

- / -

- / -

- / -

n. u.

n. u.

n. u.

n. u.

n. u.

n. u.

478

+ / -

+ / +

- / -

n. u.

n. u.

n. u.

n. u.

n. u.

n. u.

810 KO***

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

- / -

* Ergebnis Rachen- / Ergebnis Kloakentupfer

** nicht untersucht

*** nicht infizierte Kontrolltaube

 

 

Tabelle 2

Serologische Reaktion von Tauben nach Infektion mit A/chicken/Germany/R28/03 (H7N7).

Angabe des Hämagglutinationshemmungstiters als log 2

Taube Nr.

Tage p. i.

0

3

6

14

23

28

36

 

607

0

  

4

3

3

3

429

0

  

0

0

0

0

745

0

  

0

0

0

0

503

0

  

4

5

4

4

28

0

  

0

2

2

2

40

0

  

5

5

4

5

198

0

  

2

3

3

3

324

0

 

3

    

Ohne

0

 

0

    

805

0

0

     

478

0

0

     

810 KO*

0

  

0

0

0

0

 

* nicht infizierte Kontrolltaube

 

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Ein Artikel von Martin Schletterer

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05.05.2004

Niederösterreichische Nachrichten 19/04

 

Schlussfolgerung und Zusammenfassung:

 

 

Wertung der Ergebnisse:

 

Ergebnisse:

 

Versuchsablauf:

 

Studie zur Empfänglichkeit von Brieftauben für das Geflügelpestvirus A/chicken/Germany/2003 (H7N7)

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